Holismus  (Erklärung seitens der Esoterik)

Der Holismus (von griech. holon - das Ganze ), auch Ganzheitslehre, bezeichnet eine erkenntnistheroretische Sichtweise, wonach das Ganze mehr ist als die Summe seiner Einzelteile.

Sehr häufig wird in der Esoterik der Holismus-Gedanke formuliert: Es gebe eine „Vernetzung“ des gesamten Universums, alles sei also eins. Diese These wird angeblich durch das EPR - Paradoxon gestützt. (EPR = Einstein, Podolsky, Rosen)

Das EPR - Paradoxon:

Durch die Unbestimmtheit physikalischer Größen im atomaren Bereich (Heisenberg'sche Unschärferelation) ist die Welt nicht mehr völlig vorherbestimmbar, womit sich seinerzeit auch Einstein nicht abfinden konnte. Darauf hat er zusammen mit Podolsky und Rosen ein Gedankenexperiment (das EPR - Paradoxon) entwickelt, um die Unschärferelation zu widerlegen:

Von einer Quelle werden korrelierte „Quantensplitter“ zu den Meßgeräten A und B ausgesendet. Wenn man nun in A die vertikale Polarisationsebene mißt, ist aufgrund der Korrelation auch die vertikale Polarisationsebene des anderen Quantensplitters bei B bestimmt. Einstein wollte nun die Korrelation gegen die Unschärferelation ausspielen: Wenn die Quantensplitter den Sender verlassen haben, könnte einem Beobachter einfallen, bei B die Horizontalkomponente zu messen, während bei A die Vertikalkomponente gemessen wird. Würden nun beide Meßapparaturen etwas messen, wäre dadurch ein Quantenobjekt vollständig erfaßbar, und dadurch wäre die Unschärferelation widerlegt. Andernfalls müsste ein Signal vom Punkt A mit Überlichtgeschwindigkeit zu Punkt B gesendet worden sein, was aber nach der Relativitätstheorie nicht möglich ist, wodurch die Quantentheorie ebenfalls widerlegt wäre. Die Esoteriker gehen davon aus, daß durch die Messung in A - nachdem die Quantensplitter den Sender verlassen haben - tatsächlich auch B beeinflußt würde. Es müsse also eine Art transzendierte Vernetzung zwischen A und B geben. Daraus wird der Schluss gezogen, daß das gesamte Universum ineinander vernetzt sei und daß deshalb alles EINS sei.

Durch diese Behauptung wollen Esoteriker paranormale Phänomene wie Telepathie als Teil einer transzendenten Wirklichkeit legitimieren. Man kann an diesem Beispiel also sehen, wie aus quantenphysikalischen Überlegungen ganz neue Weltsichten herausinterpretiert werden können.


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